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Tanz der Erinnerung

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Dokumentarfilm, Japan 2002, 65 min, OmU

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Inhalt:

Einfühlsamer Dokumentarfilm der japanischen Filmemacherin Naomi Kawase über das langsame Sterben ihres Freundes Kazuo Nishii, der sie selbst darum gebeten hatte, die letzten Momente in seinem Leben filmisch zu dokumentieren. Mit der Regisseurin hat er über seine Gefühle, über Sinn von Leben und Tod sowie über Filmkunst gesprochen.

Kazuo Nishii Naomi Kawase bringt den Zuschauer dazu, sich über zunächst Unüberwindbares hinwegzusetzen. Die Regisseurin lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was man eigentlich nicht sehen will: Leid, Siechtum und Tod. Das gelingt ihr, indem sie stets Distanz bewahrt. Die mit großer Zurückhaltung gefilmten Blicke und Haltungen des Kranken kündigen zwar Tod und Leere an - mehrfach ruht die Kamera auf den gefalteten Händen und auf seinen in die Leere gerichteten Augen -, doch immer bergen diese Blicke und Haltungen einen Sinn. Beim Andenken an ihren Freund will Naomi Kawase das „Essenzielle“ vermitteln, wie es in manchen Haiku-Versen zum Ausdruck kommt, jenen „animistischen“ Metaphern, die den Tod mit fallenden Kirschbaumblättern vergleichen. Sie filmt auch die letzten Gespräche am Krankenbett, wie um für ihre Ohnmacht zu sühnen, ihre Erinnerungen zu „verewigen“ und den Freund damit nach seinem Tod weiter leben zu lassen. Der Film ist der Beleg einer Freundschaft, denn Kazuo selbst hatte die Filmemacherin gebeten, diese letzten Momente seines Lebens festzuhalten; zugleich verfolgt Naomi Kawase aber auch „egoistische“ Motive: Damit kann sie auch den letzten Gedanken ihres Freundes auf die Spur kommen, als würden diese Gedanken mit dem nahenden Tod einen besonders tiefen und endgültigen Sinn erhalten, der sie auf ihrem weiteren Weg leiten könnte. Darüber hinaus ist der Film auch eine Reflexion über den Akt des Dokumentierens. Zwischen Hustenanfällen und Erschöpfungszuständen findet der Kranke die Kraft, die Filmemacherin über die Motive ihres Vorgehens zu befragen. Sie erzählt von den Glücksmomenten des filmischen oder fotografischen Schaffens, der grenzenlosen Freiheit und den unzähligen Ausdrucksmöglichkeiten dieser Genres. Der Regisseurin gelingt es, das Beklemmende und Bestürzende der Todeserfahrung filmisch einzufangen, dabei bleiben ihre Aufnahmen jedoch ohne jede Rührseligkeit. Denn letztlich nimmt das Leben wieder seinen Lauf, sprießen erneut die Blumen, ertönen Naomis Schritte und sogar ein Lied, das Kazuos Frau singt. Zwar bleiben Zweifel und Ängste, doch die Lust, begonnene Gedanken weiterzuspinnen, ist weiterhin so gegenwärtig, dass die letzten Bilder von Kazuos Beisetzung bereits weniger unerträglich erscheinen. (Text: arte)

Bemerkung:

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Film-Daten

   
Titel: Tanz der Erinnerung
Originaltitel: Tsuioku no dansu
   
  Dokumentarfilm, Japan 2002, 65 min, OmU
   
Autor: Naomi Kawase
   
Sendedaten: Samstag, 26.07.2003, 23:45 - 00:50, arte, deutsche Erstausstrahlung
  Sonntag, 07.08.2005, 00:25 - 01:30, arte

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